Jubiläumsausgabe mit viel Vielfalt, Kreativität und großer Resonanz in der gesamten Innenstadt

Gütersloh (gpr). Tausende Besucherinnen und Besucher, zufriedene Gesichter bei den Veranstaltern und landesweite Live-Berichterstattung: Die 25. Langenachtderkunst in Gütersloh dürfte als eine der erfolgreichsten Ausgaben dieser Großveranstaltung in die Geschichte eingehen. Maßgeblich organisiert wurde die Jubiläumsausgabe auch in diesem Jahr vom städtischen Fachbereich Kultur und finanziell sowie inhaltlich unterstützt durch die Bürgerstiftung Gütersloh. „Danke allen Beteiligten, für die Umsetzung dieser tollen Veranstaltung und danke allen Gästen, für die Wertschätzung!“, lobt Lena Jeckel, Leiterin des Fachbereichs Kultur der Stadt Gütersloh. An mehr als 40 Stationen im gesamten Innenstadtgebiet loteten Kulturschaffende unterschiedlichster Prägung am Samstag (16. Mai) die Bandbreite dessen aus, wofür Kunst in einer Stadt stehen kann.

Das Angebot zwischen Wasserturm, Stadtarchiv und Innovationsmanufaktur (IMA) am Langen Weg reichte von surrealistischer Experimentalkunst über Fotografie und Musik bis hin zu Schauspiel, Workshops und Performances. Sehen, hören, fühlen und sogar riechen: In dieser Nacht wurden alle Sinne angesprochen, und Mitmachen war an vielen Stationen ausdrücklich erwünscht.

Begonnen hatte diese Mainacht bei Tageslicht um 18.30 Uhr auf dem Berliner Platz mit einer eindrucksvollen Performance von Tanzgruppen der DJK und „danceair“. Rund 200 Teilnehmende machten den Platz mit ihren verschiedenen Styles zur großen Bühne. Mehr als 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer – so viele wie selten – verfolgten diesen gelungenen Auftakt, bevor sie zu den Stationen ihrer Wahl ausschwärmten. Ein Fernseh-Team übertrug die Eröffnung zudem ausführlich.

Eines der Charakteristika der Gütersloher Langen Nacht ist die Dichte des Angebots: Besucherinnen und Besucher konnten ihre ganz individuelle Auswahl treffen oder sich durch die Innenstadt treiben lassen, wo auch am Wegesrand unter den Augen des Publikums gemalt und gezeichnet wurde. Von einzelnen Highlights zu sprechen, verbietet sich an dieser Stelle, denn jede Präsentation verdient großen Respekt. Einige Beispiele dokumentieren dennoch die Vielfalt der kreativen Ideen. Stichproben unter den Veranstaltenden ergaben überall Besucherzahlen, mit denen kaum jemand gerechnet hatte – zumal die Woche zuvor von eher unbeständigem und kühlem Wetter geprägt gewesen war. Bis gegen 23 Uhr gaben sich an vielen Orten die Menschen die Klinke in die Hand.

Vor kleineren Räumlichkeiten wie Art colori und dem angrenzenden kunstverwöhnten Garten in der Feldstraße, bei der Bürgerstiftung am Alten Kirchplatz oder bei „Holzpixel“ an der Blessenstätte bildeten sich immer wieder kleine Schlangen. Lokale Bezüge aller Art prägten die 25. Langenachtderkunst: In den Redaktionsräumen der „Neuen Westfälischen“ versteigerte Auktionator Detlef Jentsch außergewöhnliche Pressefotos aus mehreren Jahrzehnten. Ein Bild vom Besuch des damaligen Prinzen Charles erwarb Altbürgermeisterin Maria Unger. Der Erlös ging an den Hospizverein. Fotokunst und Stadtgeschichte vereinte die Ausstellung „Überblendungen“ im Stadtmuseum, das an diesem Abend – wie viele andere Orte – weit mehr als 1000 Besucherinnen und Besucher gezählt haben dürfte. Siegmund Bergemann kombinierte historische Stadtansichten mit aktuellen Fotos derselben Orte – eine Technik mit verblüffenden Ergebnissen, die zahlreiche Gespräche anregte. Schwarz-Weiß-Fotografien von Sebastian Krysiak im Café Sonnenburg, die zusätzlich als Großprojektion auf der Fassade der Stadtbibliothek zu sehen waren, erzählten andere Gütersloh-Geschichten: Menschen, die zum Stadtbild gehören, Typen und Porträts – sozialer Realismus. Marc Grundmann wiederum inszenierte Orte der Stadt mit der Eleganz junger Eiskunstläuferinnen, zu sehen bei Gütersloh Marketing.

Sich auf das Gebotene einlassen, miteinander ins Gespräch kommen und selbst aktiv werden – das sind prägende Elemente im Konzept der Langen Nacht. Martina Lückener und Benedikt Burghoff aus Münster, die bei der Bürgerstiftung am Alten Kirchplatz stilvoll komponierte Scherenschnitte präsentierten, zeigten sich ebenso überrascht wie glücklich über das „ehrliche Interesse“ der Besucherinnen und Besucher: „Gütersloh ist eine tolle kunstinteressierte Stadt.“ Wie mit einer einfachen Idee große Mitmach-Erfolge erzielt werden können, zeigte die „Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz“ in ihrem „Wohnzimmer“. Sie verwandelte den Platz mit originell verpackten Botschaften auf Federbett oder „Kuss-Bank“ in einen Selfie-Hotspot. Mitmachen war auch im Kundenzentrum der Stadtwerke gefragt, wo Künstlerin Alexandra Malobrodski mit einem differenzierten Bekleidungssortiment unter dem Label „Kleider machen Leute“ zur anziehenden Selbsterfahrung einlud – inklusive kurzer Befragung und Foto in neuer Hülle.

Aroma-Kreationen des Harsewinkeler Teams vom Kulturort Wilhalm, Action-Painting für alle im „Klangfarbenhaus“, fantastische Kunst inspiriert vom Surrealisten Woldemar Winkler in der Sparkasse sowie Livemalerei auf dem Kolbeplatz: Bleiben, mitmachen und staunen lautete die Devise. Immer wieder wehten Klänge unterschiedlichster Art durch die Innenstadt. Im alten Amtsgericht fand die traditionelle „Lange Nacht der Tasten“ der Kreismusikschule erneut eine große Fangemeinde, während die Big Band des Stiftsgymnasiums die illuminierte Martin-Luther-Kirche in „Swingungen“ versetzte. In der Stadthalle präsentierte das Rock-Oper-Ensemble Szenen aus dem aktuellen Musical „Was heißt hier schon normal?“. Das Theater bot Soulfood für alle Sinne, und im Haus Kirchstraße 21 feierte die Jahresausstellung mit Bildern von Jörg Feiertag an den Wänden des Standesamtes Premiere.

Lena Jeckel, Leiterin des koordinierenden städtischen Fachbereichs Kultur, richtete den Blick auf die vielen Menschen, die an den einzelnen Stationen den Abend organisiert und kreative Ideen umgesetzt haben: „Einige haben wegen der Langen Nacht sogar ihre Urlaube abgesagt. Das zeigt, wie motiviert hier jede und jeder an die Sache gehen“, so Jeckel. „Aber es lohnt sich, denn alle, die mitmachen, versichern, dass man unglaublich viel zurückbekommt.“ Auch Doris Pieper vom Vorstand der Bürgerstiftung, die die Veranstaltung auch in diesem Jahr förderte, freute sich über die Resonanz und das große Interesse: „Die Langenachtderkunst hat einmal mehr gezeigt, dass Kunst und Kultur in Gütersloh mitten im Leben ihren Platz haben.“

Einige Eindrücke finden Interessierte in der Bilderstrecke auf www.stadt.gt/lndk-2026-bilder.

Fotos: Stadt Gütersloh

Von Julef