Verl. Nach der Hitzewelle Ende Juni werden die Forderungen nach Hitzeschutzmaßnahmen in Städten immer
lauter. Die Stadt Verl geht mit einem guten Beispiel voran: Auf dem Schulhof zwischen der neuen
Gesamtschule und dem Gymnasium wird aktuell ein spezielles Pflaster verlegt, das sich bei
Sonneneinstrahlung weniger stark aufheizt.


Das mit der sogenannten Reolux®-Oberfläche ausgestattete Pflaster wurde vom Betonwerk Lintel aus
Rheda-Wiedenbrück entwickelt und auf dem Schulcampus der Gesamtschule erstmals in Deutschland
bei einem kommunalen Objekt eingesetzt. Die Steine fügen sich optisch nahtlos in die bereits im
vergangenen Jahr am Hallenbad gestalteten Flächen ein, haben aber eine Besonderheit: Dank einer
speziellen Oberflächenbeschichtung reflektieren sie einen größeren Teil der Sonneneinstrahlung und
heizen sich dadurch deutlich weniger auf als herkömmliches Pflaster. Gleichzeitig ist das Pflastersystem
wasserdurchlässig: Regenwasser kann versickern und direkt vor Ort in den Untergrund gelangen.


Die spezielle Reolux®-Oberfläche wurde der Stadt vom Hersteller ohne Aufpreis zur Verfügung gestellt.
„Bei der Entwicklung ging es uns darum, mit möglichst geringem finanziellen Aufwand einen
signifikanten Effekt zur klimaresilienten Gestaltung von Verkehrsflächen zu erzielen“, erläutert Thomas
Theilmeier, Geschäftsführer der Lintel-Gruppe. „Das ist hier eindrucksvoll gelungen. Auf Testflächen
wurden Temperaturunterschiede von bis zu 2,5 Grad Celsius gemessen, die deutlich wahrnehmbar
sind.“ Die Technologie wurde inzwischen auch zum Patent angemeldet.


Bürgermeister Robin Rieksneuwöhner zeigte sich bei einem Ortstermin erfreut, dass das System
erstmals in Verl eingesetzt wird und dankte der Lintel-Gruppe. Neben der Solarfassade am Hallenbad
sei dies im Bereich des Schul- und Sportzentrums ein weiterer wichtiger Baustein für mehr
Nachhaltigkeit und Klimaanpassung in der Stadtentwicklung, betonte Robin Rieksneuwöhner.

BU: Beim Ortstermin im Schulzentrum, wo das Reolux®-Pflaster verlegt wird: (v. l.) Thomas Theilmeier
(Geschäftsführer der Lintel-Gruppe), Frank Jacobeit (Leiter des Fachbereichs Tiefbau der Stadt Verl),
Klimaschutzmanagerin Christina Krengel und Bürgermeister Robin Rieksneuwöhner.

Von Julef