Krögers Hof erLeben GbR – Lernen für Jung und Alt
Was einst der Hof des Urgroßvaters war, ist heute eine Begegnungsstätte für Jung und Alt: Krögers Hof erLeben GbR vereint Landwirtschaft, Naherholung und Bildung an einem Ort – und das mitten vor unserer Haustür.
2025 haben Maike, gelernte Hebamme, und Christian Kröger, gelernter Zimmerermeister, ihren Hof im Almetal 8 in Ringelstein zum „Lernort Bauernhof“ umfunktioniert, nachdem beide den Lehrgang zur Selbstständigkeit in der Bauernhofpädagogik bei der Landwirtschaftskammer NRW erfolgreich abgeschlossen haben. Das Ziel dabei: den Menschen das Thema Landwirtschaft durch handlungsorientiertes Lernen erfahrbar machen.
„Wir möchten Wissen mit allen Sinnen vermitteln – und das nicht nur für Kinder, sondern für Menschen jeder Altersklasse. Kinder und Erwachsene sollen Zusammenhänge begreifen, Wertschätzung für die Landwirtschaft entwickeln, soziale Kompetenzen stärken und authentische Erlebnisse auf dem Bauernhof erleben dürfen“, erzählt das Ehepaar. Das gesamte Areal ist barrierefrei gestaltet, so besuchen nicht nur Kita- und Schulkinder, sondern auch Seniorinnen und Senioren gerne den Hof. Regelmäßig sind Bewohnerinnen und Bewohner des Sophie Cammann Hauses (Wohnen für Menschen mit Demenz) des St. Johannisstift Paderborn zu Hofbesuchen angemeldet.
Auch der Familienunterstützende Dienst Königstraße Paderborn (FuD) hat erkannt, welch großen Mehrwehrt die Erlebnispädagogik für seine Klientinnen und Klienten haben kann. So lässt sich die Zeit auf dem Hof als ganzheitliche Erfahrung beschreiben, die ganz individuell auf die Besucherinnen und Besucher wirkt. „Wenn wir sehen, dass Kinder mit körperlichen Einschränkungen oder Entwicklungsstörungen, die vorher vielleicht noch unruhig waren, plötzlich im Gras liegend Entspannung finden, ist das ein schöner Beweis dafür, dass wir hier etwas bewegen können“, bemerkt Maike Kröger.
Und bewegt wird einiges auf dem Hof. Von der ‚Kinder-/Enkel-Zeit‘ mit Tierrunde und Basteln bis hin zu individuellen Ferienangeboten mit Besuchen auf dem Heu- und Abenteuerspielplatz ist für jeden etwas dabei. Auch für private Feiern wie Geburtstage (auf Selbstverpflegungsbasis mit regionalem Eis und Getränke-Verkauf vor Ort) bietet der Hof den passenden Rahmen. Dank der direkten Busverbindung vor der Tür sind auch Spontanbesuche unkompliziert möglich. „Wir gestalten jedes Erlebnis individuell nach Absprache, um ganz auf die Wünsche unserer Gäste einzugehen, ohne dabei die Bedürfnisse unserer Tiere zu missachten“, betonen beide.
Neben einer Reihe von Tieren, darunter Hühner, Gänse, Kaninchen, Katzen, Hunde, Vögel und Ziegen, sind die Esel ein Hauptbestandteil des Hofes. Liese – mit 40 Jahren die Seniorin unter den Eseln –, Rosalie und Lola dienen dem Hof zur natürlichen Landschaftspflege und unterstützen bei der pädagogischen Arbeit.
Bei allen Aktivitäten, die Familie Kröger mit den Besucherinnen und Besuchern plant, steht der Bildungsaspekt im Vordergrund. So werden beispielsweise Kaninchen und Hühner nicht nur gestreichelt, sondern auch als wichtige Nutztiere vorgestellt, die auf Bauernhöfen zur Selbstversorgung dienen. Zudem wird immer auch darauf geachtet, jahreszeitentypische Einheiten einzubauen, z. B. die Aussaat von Samen im Frühjahr oder die Heuernte im Sommer. „Im Aprilkurs haben wir den Lebenskreislauf der Sonnenblume besprochen und Sonnenblumenkerne mit den Kindern gesät. Im Herbst kann man dann schauen, was aus der Saat geworden ist und welchen Nutzen die Natur daraus zieht“, so Christian Kröger. „Auch Weiterbildung und Vernetzung sind uns wichtig. Als Mitglied der BAGLoB (Bundesarbeitsgemeinschaft LERNORT BAUERNHOF e. V.) versuchen wir uns weiterzuentwickeln und immer wieder neue Projekte auf unserem Hof umzusetzen.“
Direkt an der Alme gelegen nutzt der Hof die Flusskraft über eine eigene Wasserkraftanlage, mit der u. a. auch das Sägewerk betrieben wird. Landwirtschaft, Sägewerk und Zimmerei werden von Christian Kröger geführt. In Zusammenarbeit mit der Hegegemeinschaft Almeäsche vermitteln Maike und Christian Kröger – beide Inhaber von Jagd- und Angelschein – ihr Wissen und die Pflicht zur Hege der Natur an die nächste Generation. Das übergreifende Ziel bleibt dabei die Verbindung von Tradition und Gemeinschaftsnutzen.
Mit dem nach außen einfach wirkenden Konzept der Erlebnispädagogik, den Menschen den Bauernhofalltag näherzubringen, sind auch Herausforderungen verbunden. Grundlegende Sachkundenachweise der vorhandenen Tierarten und die Beachtung von verschiedenen Vorschriften (bspw. des Veterinär- oder Gesundheitsamts) sind notwendig. Ein weiterer Aspekt ist die Überschneidung von Lebens- und Arbeitsraum, die die ganze Familie betrifft. „Für uns ist dieser Hof nicht einfach nur ein Arbeitsplatz, sondern unser Zuhause, an dem Leben und Arbeiten derzeit bewusst ineinanderfließen. Wir haben uns ganz gezielt für diese Nähe entschieden und hoffen, dass unsere Gäste genau dieses Gefühl von echtem Hofalltag bei ihrem Besuch schätzen und genießen.“
Während der Hof stetig weiterwächst – aktuell ist die Integration eines Ferienhauses in Planung – bleiben Interessierte über Instagram (@kroegers_hof_erleben) oder die Homepage stets auf dem Laufenden.

Auf dem Hof von Familie Kröger wird Bauernhof-Wissen für Jung und Alt erlebbar gemacht +++ Foto: Stadt Büren














