Feier mit „Walk & Talk“ am Fluss – Land NRW förderte die Renaturierung bislang mit 1,4 Millionen
Minden. Rund 20 Gäste und Projektbeteiligte feierten am vergangenen Freitag (10. Juli) die Fertigstellung des zweiten Abschnitts der Bastau-Renaturierung. Der Fluss präsentiert sich nun im Abschnitt zwischen dem Kolpingweg und dem Hohenstaufenring mäandernd in seinem ursprünglichen Verlauf – sehr zur Freude der Fische, Vögel und Insekten, die davon profitieren ebenso wie die Anwohner*innen in Rodenbeck und alle Mindener*innen.
Die Renaturierung des Flusses, die 2016 mit der Beseitigung des Wehres an der Mündung und der Neugestaltung im Glacis begann, ist nun in weiten Teilen der überplanten Bereiche abgeschlossen. Der erste Bauabschnitt zwischen Kolpingweg und Schwabenring konnte im November 2024 und der zweite Bauabschnitt zwischen Schwabenring und Hohenstaufenring im Frühjahr 2026 abgeschlossen werden.
Die Bastau wurde aus ihrem „Kastenprofil“ befreit und aufgeweitet, wechselfeuchte Bereiche, Steilufer und Altarme geschaffen. Auch geben Totholz-Stämme Insekten und Kleintieren einen neuen Lebensraum. Jungfische können sich unter Steinen und Kieseln verstecken. Mit einem „Walk & Talk“ entlang des Wasserlaufs wurden am vergangenen Freitag Aufwand und Erfolg dieser Renaturierung gewürdigt. Es gab Informationen, Rückblicke, Ausblicke, Danksagungen und auch die ein oder andere Anekdote.
Mindens Bürgermeister Peter Kock begrüßte die Gäste, darunter auch die Präsidentin des Regierungsbezirks Detmold, Anna Katharina Bölling. Kock machte deutlich, dass die neue Bastau einen großen Mehrwert für Minden habe und dieses „ein Festtag für den Fluss“ sei. Sein Dank galt allen Mitwirkenden für ihren Einsatz und dem Land Nordrhein-Westfalen für die 80prozentige Förderung.
Auch die Regierungspräsidentin freute sich über den vorläufigen Abschluss der Arbeiten. Für sie sei der Termin vor Ort „etwas ganz Besonderes“. Sie wisse, welchen positiven Effekt die Neugestaltung der Bastau für ihre Heimatstadt habe, so Bölling. Auch die Regierungspräsidentin dankte allen Beteiligten und stellte in Aussicht, dass die 1,4 Millionen Euro, die das Land bisher dafür bewilligt habe, wohl noch nicht die letzte Förderung waren. Ein weiterer Antrag sei bereits gestellt worden, so Peter Wansing, Beigeordneter und Leiter der Städtischen Betriebe Minden (SBM).
Unter den Anwesenden waren am Freitag auch Vertreter*innen des Kreises, der Stadt Minden, der benachbarten Grundschule, dem Begegnungszentrum in Rodenbeck und dem ebenfalls ansässigen städtischen Jugendhaus „Westside“, die beiden Ortsbürgermeister von Rodenbeck und der Nordstadt, Bernd Müller und Thorsten Bülte, sowie Schüler*innen und Lehrer*innen des Ratsgymnasiums, die die Renaturierung seit Jahren mit einem Monitoring-Projekt begleiten.
Bürgermeister Peter Kock bedankte sich beim Ratsgymnasium für die geleistete Unterstützung hinsichtlich der Erforschung rund um die Bastau. Er betonte auch, dass die Bastau für viele Grundschulen, Kitas, das Jugendhaus und nicht nur die Rodenbecker Bürger*innen ein wertvoller Ort sei – ein Ort, der die Stadt auch etwas kühler mache. Somit leiste die Umgestaltung hin zum natürlichen Lauf und einer natürlicheren Umgebung auch einen Anteil für den Klimaschutz.
Der Leiter der Grundschule an der Bastau, Patrick Meinhardt, bestätigte, wie sehr der umgestaltete Fluss geschätzt wird und berichtete von Situationen im Schulalltag. So kam es auch dazu, dass eine Klasse ihren Namen einem Aufenthalt an der Bastau verdanke. Denn die Klassen der Grundschule haben Tiernamen und eine Gruppe entdeckte bei Beobachtungen am Fluss eines Tages einen Eisvogel. Seitdem gibt es nun auch eine „Eisvogel-Klasse“.
SBM-Betriebsleiter Peter Wansing betonte, dass alle, die fachlich mit dabei waren, mit großer Leidenschaft agierten, was Projektleiter Ralf Bicknese bestätigte: „Es war wie arbeiten, wo andere Urlaub machen.“
Projektbeteiligte waren die Bezirksregierung Detmold, der Kreis Minden-Lübbecke als untere Wasserbehörde (auch Genehmigungsbehörde) und untere Landschaftsbehörde, der Wasserverband Weserniederung, das Ingenieurbüro Sönnichsen&Weinert, die Schüler*innen des Ratsgymnasiums mit Biologielehrer Dr. Christian Frenz an der Spitze sowie das Unternehmen Eggers Umwelttechnik für den zweiten Bauabschnitt.





Fotos: Stadt Minden












