Bürgermeister Matthias Trepper verurteilt Vandalismus und erinnert an Opfer des Holocaust

Gütersloh (gpr). Die sechs beschädigten Stolpersteine vor dem Veerhoffhaus sind wieder vollständig ersetzt und jetzt an ihrem ursprünglichen Standort verlegt worden. Nach einer etwas längeren Herstellungszeit konnten die neuen Steine nun von städtischen Mitarbeitern des Fachbereichs Stadtreinigung am Alten Kirchplatz eingesetzt werden. Damit sind die Erinnerungszeichen wieder unversehrt im Stadtbild sichtbar.

Bürgermeister Matthias Trepper, der sich von Beginn an für den schnellen Ersatz der zerstörten Steine eingesetzt hatte, betont deren Bedeutung: „Es ist gut und wichtig, dass die Stolpersteine wieder unversehrt an ihrem Platz sind. Sie sind ein sichtbares Zeichen des Gedenkens in unserer Stadt. Gleichzeitig verurteile ich diesen Vandalismus aufs Schärfste. Antisemitismus darf in Gütersloh keinen Platz haben.“

Nach Bekanntwerden der zerkratzten Stolpersteine war im Zusammenhang mit dem Vorfall von der Stadt umgehend Anzeige bei der Polizei erstattet worden.

Die beschädigten Steine erinnern an jüdische Bürgerinnen und Bürger aus Gütersloh, die Opfer des Holocaust wurden. Insgesamt sind 44 Stolpersteine im Stadtgebiet verlegt. Ab 1941 wurden die Menschen deportiert, ab 1943 existierte keine jüdische Gemeinde mehr in der Stadt.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig begann 2005 mit der Verlegung der Stolpersteine in Gütersloh. Heute sind sie an 16 Standorten im gesamten Stadtgebiet zu finden. Das Projekt ist im August 2024 auf über 107.000 verlegte Steine in fast 1.900 Kommunen angewachsen.

Bereits nach Bekanntwerden des Vorfalls hatte der Bürgermeister Kontakt zur zuständigen Stiftung „Spuren – Gunter Demnig“ aufgenommen und diesen stetig fortgeführt. Da die Stolpersteine in Handarbeit gefertigt werden, war für die Ersatzstücke eine gewisse Produktionszeit erforderlich, weshalb die Verlegung erst jetzt erfolgen konnte. Die Kosten für die Ersatzbeschaffung der Stolpersteine lagen im dreistelligen Bereich. Deren Einbau wurde von städtischem Personal durchgeführt.

In der Broschüre „Ihr Name lebt weiter“ gibt es Informationen zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Gütersloh und zu den 44 Stolpersteinen in der Stadt. Die Broschüre und viele weitere Informationen zum Thema sind zu finden unter www.stolpersteine.guetersloh.de.

BU: Mitarbeiter vom Fachbereich Stadtreinigung haben die beschädigten Stolpersteine am Veerhoffhaus urch neue Exemplare des Künstlers Gunter Demnig ersetzt. Foto: Stadt Gütersloh