LWL-Uniklinikum Bochum hilft bei Abhängigkeit von Computerspielen oder Social Media
Bochum (lwl). Zur Gamescom 2026 werden ab Mittwoch (26.8.) mehr als 300.000 Besucher:innen in Köln erwartet. Für viele ist Gaming ein Hobby – für manche wird es allerdings zur Sucht. Mehr als eine Million Kinder und Jugendliche haben laut einer DAK-Studie einen riskanten oder krankhaften Medienkonsum. Die Universitätsklinik Bochum für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) kann dabei helfen.
Jonas Cioch hat das hautnah erlebt: „Es ging nichts mehr ohne Handy oder PC. In den Hochphasen hatte ich eine Bildschirmzeit von zehn Stunden am Tag“, erzählt der 23-jährige Student aus Bochum. Was als Ablenkung in einer schwierigen Lebensphase begann, entwickelte sich zu einer Sucht. „Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich es alleine nicht da ‚rausschaffe“, sagt er.
Der übermäßige Medienkonsum führte dazu, dass er andere Lebensbereiche stark vernachlässigte. „Mein Privatleben und mein Studium haben darunter sehr gelitten. Ich wollte endlich wieder ein Leben außerhalb meines Zimmers führen“, sagt Cioch.
Seit rund einem Jahr besucht er deshalb eine Gruppentherapie für Mediensüchtige an der LWL-Universitätsklinik in Bochum und hat die Kontrolle über sein Leben zurückgewonnen. „Die LWL-Klinik hat mir auf jeden Fall sehr geholfen“, sagt er.
Prof. Dr. Georgios Paslakis, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am LWL-Universitätsklinikum Bochum, erklärt: „Digitale Süchte sind gut behandelbar. Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) hilft nachweislich dabei, problematische Nutzungsmuster zu erkennen, zu verändern und gesunde Strategien im Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln.“
In unserer LWL-Story erzählt Georgios Paslakis, warum eine Mediensucht entsteht, welche Warnsignale Betroffene ernst nehmen sollten und weshalb professionelle Hilfe oft entscheidend ist.
Das kann auch Jonas Cioch bestätigen: „Wenn ich meinem ehemaligen Ich einen Rat geben würde, ist das auf jeden Fall, mach die Therapie. Hol dir Hilfe, weil wir beide wissen, das wird alleine nichts.“
Hintergrund
Die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am LWL-Universitätsklinikum Bochum macht in Sachen Mediensucht mit OMPRIS aus einem erfolgreichen Forschungsprojekt ab dem 1. September 2026 ein regelmäßiges Hilfsangebot: OMPRIS ist ein Onlinebasiertes Motivationsprogramm zur Reduktion des problematischen Medienkonsums und Förderung der Veränderungsmotivation bei Menschen mit Computerspielabhängigkeit und Internetsucht.
Wer das Gefühl hat, keine Kontrolle mehr über die Internet- und Smartphonenutzung zu haben, und die eigene Computerspiel- oder Streamingzeit reduzieren möchte, es aus eigener Kraft bisher aber nicht geschafft hat, kann sich an OMPRIS richten. Hier unterstützen Expert:innen über mehrere Wochen hinweg durch regelmäßige Online-Einzelgespräche dabei, das eigene Internetnutzungsverhalten zu verändern und Motivation zur Verhaltensänderung zu stärken.
Kontakt: Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, LWL-Universitätsklinikum Bochum, Alexandrinenstraße 1-3, Tel: 0234 5077-3333

Bild: LWL/Nikolaus Urban










