Stadt verurteilt erneute Graffiti-Schmierereien aufs Schärfste

Mit viel Kreativität, Engagement und handwerklichem Geschick haben Schülerinnen und Schüler des König-Wilhelm-Gymnasiums eine zuvor stark verschmutzte und mit Graffiti verunstaltete Unterführung an der Umgehungsstraße in Höxter in ein farbenfrohes Kunstwerk verwandelt. Umso größer ist die Enttäuschung, dass die frisch gestalteten Flächen bereits kurze Zeit später erneut durch beleidigende Schriftzüge beschmiert wurden.

Die Gestaltung entstand im Rahmen des Kunstunterrichts der Qualifikationsphase (Q1) unter der Leitung von Lehrerin Anja Borchers und gemeinsam mit Praktikantin Frau Heimfahrt. Unter dem Oberthema „Kreis Höxter – Umland und Weser“ entwickelten die Schülerinnen und Schüler zunächst Collagen und Entwürfe, die anschließend zu einer gemeinsamen Wandgestaltung zusammengeführt wurden.

Zu sehen sind unter anderem der als Weser gestaltete Höxter-Schriftzug, Motive aus der heimischen Tier- und Pflanzenwelt, Bäume, die Friedenseiche in Stahle, eine Linde als Naturdenkmal des Kreises Höxter, Unterwasserwelten sowie die markanten Türme der Stadt. Vor Ort wurden die einzelnen Ideen immer wieder neu angeordnet und an die langen Wandflächen angepasst, sodass ein stimmiges Gesamtbild entstand.

Die Stadt Höxter hatte die Unterführung im Vorfeld durch den Baubetriebshof gereinigt und grundiert, sodass die Jugendlichen optimale Voraussetzungen für ihre Arbeit vorfanden. Die benötigten Farben wurden vom Mode- und Sporthaus Klingemann gespendet.

Bürgermeister Daniel Hartmann dankt allen Beteiligten ausdrücklich: „Die Schülerinnen und Schüler haben mit großer Ausdauer, Kreativität und Teamgeist etwas Bleibendes geschaffen. Es ist beeindruckend, mit welchem Einsatz sie einen zuvor trostlosen Ort in einen echten Hingucker verwandelt haben. Dafür verdienen sie unseren größten Respekt und Dank.“

Während der Arbeiten hätten zahlreiche Passantinnen und Passanten die Aktion mit großem Interesse verfolgt und ihre Hoffnung geäußert, dass das Kunstwerk lange erhalten bleibe. Diese Hoffnung wurde jedoch schon kurz nach Abschluss des Projektes enttäuscht. Unbekannte Täter beschmierten die neu gestalteten Wände erneut mit beleidigenden Schriftzügen.

Bürgermeister Daniel Hartmann zeigte sich darüber in der jüngsten Ratssitzung tief betroffen und verärgert: „Wer ein solches Gemeinschaftsprojekt mutwillig zerstört, trifft nicht den Staat oder die Stadtverwaltung, sondern vor allem junge Menschen, die ihre Zeit und ihr Können investiert haben, um ihre Heimat schöner zu machen. Für eine solche Respektlosigkeit fehlt mir jedes Verständnis.“

Die Stadt Höxter hat umgehend Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Darüber hinaus haben die Werbegemeinschaft Höxter sowie Norbert Drews als Privatperson eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für sachdienliche Hinweise ausgelobt, die zur Ermittlung der Verantwortlichen führen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Drews nach der mutwilligen Zerstörung der Hoffmann-Eiche auf der Weserscholle eine vergleichbare Initiative gestartet.

Die Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes werden nun versuchen, die Schmierereien schnellstmöglich zu entfernen. Dies wird jedoch mit einem erheblichen personellen und finanziellen Aufwand verbunden sein und lässt sich aufgrund der empfindlichen Gestaltung nur mit größter Sorgfalt durchführen.

Die Stadt Höxter appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, aufmerksam zu sein. Wer Hinweise zu den Tätern geben kann, wird gebeten, sich an die Polizei zu wenden.

Unabhängig von diesem ärgerlichen Vorfall bleibt die Botschaft des Projektes bestehen: Das Engagement der Schülerinnen und Schüler zeigt eindrucksvoll, wie Kunst das Stadtbild bereichern und öffentliche Räume lebenswerter machen kann. Dieses Engagement verdient Anerkennung und den Respekt aller.

Bildnachweis: Stadt Höxter

Von Julef