Westfalen (lwl). Nein, mit Amor, dem römischen Gott der Liebe, oft als kindlicher Engel mit Pfeil und Bogen dargestellt, hat das Wort des Monats Januar nichts zu tun. „Amör“ wird auf der zweiten Silbe betont und stammt vom französischen Wort „humeur“ ab. Wie dieses bedeutet das plattdeutsche Wort „Amör“ „Gemütsart“ oder „Stimmung“, wissen Sprachwissenschaftler:innen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).
Das Wort wird in erster Linie für die konkreten Ausdrücke der Gemütsart verwendet, also menschliche Angewohnheiten oder Manieren. „He heff so wunnerlicke Amören an sick“, sagt man beispielsweise in Rheine (Kreis Steinfurt). Das bedeutet etwa: „er hat so seltsame Angewohnheiten“. „Amoiern maken“ nennt man es in Steinheim-Sandebeck (Kreis Höxter), wenn jemand beim Erzählen übertriebene Gesten und Grimassen macht.
„Im 17. und 18. Jahrhundert war in Deutschland der Wunsch sehr stark, französische Wörter in den eigenen Sprachgebrauch zu integrieren“, erklärt Dr. Markus Denkler, Geschäftsführer der Kommission für Mundart- und Namenforschung beim LWL. „Deshalb gelangten zahlreiche französische Wörter von den Adelshöfen über das Bildungsbürgertum auch in die ländlichen Mundarten, wo die Wortschatzelemente an die eigenen Bedürfnisse angepasst wurden.“

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