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Gut besuchter Informationsabend in der Stadthalle Gütersloh zeigt hohen Bedarf an Austausch und Unterstützung

Gütersloh (gpr). Wie fühlt sich Inklusion im Alltag wirklich an – und was brauchen Familien von Kindern mit Behinderung, um diesen Alltag gut zu bewältigen? Antworten darauf lieferte der Fachabend „Inklusion zum Feierabend“, der kürzlich in der Stadthalle Gütersloh stattfand. Rund 200 Fachkräfte aus Pädagogik, Therapie, Medizin und Beratung kamen mit Angehörigen von Kindern mit Behinderung zusammen. Das Ergebnis: intensive Gespräche, neue Perspektiven und jede Menge praxisnahe Impulse.
Organisiert wurde der Abend von den Netzwerkkoordinierenden der Frühen Hilfen der Jugendämter von Stadt und Kreis Gütersloh sowie der Städte Verl und Rheda-Wiedenbrück – gemeinsam mit dem Projekt „kinderstark“ der Stadt Gütersloh. Schon die hohe Nachfrage zeigte, wie sehr das Thema Inklusion in den ersten Lebensjahren viele Familien im Kreis und der Stadt bewegt.


Die Idee für das neue Veranstaltungsformat entstand aus einem gemeinsamen Projekt von Alessa Jaimes, Netzwerkkoordinatorin der „Frühen Hilfen“, und Maren Höring vom Projekt „kinderstark“. Im Frühjahr hatten sie – gefördert vom LWL-Landesjugendamt und der Auridis Stiftung – eine Zukunftswerkstatt initiiert, in der Eltern von Kindern mit Behinderung frei über Hürden, Wünsche und gelungene Unterstützungsbeispiele berichteten. Die dort gewonnenen Einsichten bildeten nun das Fundament für den Fachabend, der bewusst auf Austausch und Begegnung auf Augenhöhe setzte.
Neben Fachvorträgen zu gelingender Inklusion im Alltag bot der Abend ein breit aufgestelltes Informationsangebot: Frühförderstellen, Entlastungsangebote, Selbsthilfegruppen und sogenannte Verfahrenslotsen stellten ihre Arbeit vor. An den Ständen kamen Eltern und Fachkräfte ins Gespräch, diskutierten Bedarfe und teilten Erfahrungen – stets begleitet von der Leitfrage: Wie kann das Expertenwissen der Eltern sichtbarer werden und Eingang in die Fachpraxis finden?
Für besonderes Staunen sorgte die „Netzwerkkarte“ eines Kindes: ein Schaubild, das eindrücklich zeigt, wie viele Kontaktstellen, Behörden und Fachpersonen Familien im Alltag koordinieren müssen. Ein visueller Beleg dafür, dass Inklusion weit mehr bedeutet als die Förderung des Kindes – sie umfasst auch die Begleitung und Entlastung der gesamten Familie.
Die Veranstalterinnen und Veranstalter zeigten sich zufrieden. Der Fachabend habe nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch das Verständnis für die Lebensrealitäten betroffener Familien vertieft. Ziel der Veranstaltung war es, Bedarfe kennenzulernen, Wissen zu teilen und Vernetzung zu schaffen. Fazit: Die gemeinsame und praxisnahe Weiterentwicklung von Inklusion ist an diesem Abend gelungen.

Viele Akteure sind für das neue Veranstaltungsformat auf der Bühne zusammengekommen (v.l.): Eike Breustedt (Kreisjugendamt Gütersloh), Henning Matthes (Beigeordneter für die Bereiche Familie, Jugend und Soziales der Stadt Gütersloh), Katharina Kerkhoff (Jugendamt Stadt Verl), Christian Sonnenschein (Kreisjugendamt Gütersloh), Nicole Hördel und Malgorzata Herman (Jugendamt Stadt Rheda-Wiedenbrück), Maren Höring (Jugendamt Stadt Gütersloh), Dr. Silke Karsunky (LWL Landesjugendamt), Alessa Jaimes (Jugendamt Stadt Gütersloh), Samira Huß und Maren Meyer auf der Heide (Kita Kids World Halle/Westf.), Dr. Georg Classen (Kinderzentrum Bethel), Dr. Sandra Falkson (Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben Detmold), Timo Deckert (LWL Landesjugendamt), Susanne Weihsbach (Kita St. Franziskus Verl), Dr. Kristina Kersten-Albers (SPZ Bielefeld) und Meike Westerbarkei (Kita St. Franziskus Verl). Foto: Stadt Gütersloh.



Von Julef