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Ein Kleidungsstück, das die Welt veränderte: Der Büstenhalter galt als großer Schritt zur weiblichen
Freiheit, nachdem Korsett und Mieder Frauen lange buchstäblich die Luft zum Atmen genommen hatten.
In ihrem historischen Roman „Die Erfinderin der Freiheit“ erzählt die Autorin Elke Becker von der
Entwicklung des BHs. Am Dienstag, 17. März, nimmt sie auf Einladung der Bibliothek Verl und der
städtischen Geleichstellungsstelle bei einer Lesung das Publikum mit auf ihre spannende Zeitreise durch
Mode, Gesellschaft und Erfindergeist des frühen 20. Jahrhunderts.


Rund um 1900 lag Veränderung in der Luft, auch in der Modewelt. In verschiedenen Ländern entstanden
Kleidungsstücke, die dem Korsett den Kampf ansagten – die Erfindung des BHs stand in den
Startlöchern. So auch in Dresden, wo Christine als Therapeutin im weltbekannten Sanatorium Lahmann
arbeitet. Während ihrer Behandlungen fallen die feinen Damen in ihren engen Korsetts reihenweise in
Ohnmacht, was Christine auf eine weltverändernde Idee bringt: Sie entwickelt einen Büstenhalter.
Die ersten Modelle, zusammengenäht aus Stofftaschentüchern und Hosenträgern, finden allerdings
zunächst wenig Anklang in der feinen Gesellschaft, die Damen lehnen das neue Kleidungstück ab. Zum
Glück gibt es aber Julia, Lotta und Amalie, die Christine bei der Weiterentwicklung des BHs unterstützen.
Die Freudinnen befeuern sich gegenseitig beim Ausprobieren und Tüfteln an neuen Ideen. Und sie
geben Christine Halt – ganz besonders als der charmante Franz im Sanatorium anreist.


Vorbild für Elke Beckers Romanfigur ist die Heilgymnastin Christine Hardt, die Ende des 19.
Jahrhunderts im Sanatorium Lahmann in Dresden tätig war. Von ihr ist wenig bekannt, erhalten
geblieben ist jedoch ihre Patentschrift, die das Kaiserliche Patentamt des Deutschen Reiches am 5.
September 1899 mit der Nummer 110888 für „Fräulein Christine Hardt in Dresden“ ausstellte: für ein
„Frauenleibchen als Brustträger“. Daher markiert der Tag ein Datum für die Erfindung des BHs, denn die
Sitte, die Brüste zu bedecken und zu stützen, reicht mindestens ins antike Griechenland zurück. Und
spätestens zu Christine Hardts Zeiten tüftelten auch weitere clevere Entwicklerinnen und Entwickler an
Lösungen für das Miederproblem. Christine Hardt gehört aber zu den bekanntesten.
Mit ihrer dreiteiligen Romanreihe „Das Haus Kölln“ sowie Romanen über die Winzerfamilie Delgado, die
Fälle von Kommissar Antonio Morales oder Fantasy-Werke, die sie alle unter verschiedenen
Pseudonymen veröffentlicht, ist Elke Becker eine der vielseitigsten Autorinnen der modernen
Unterhaltungsliteratur. Geboren in Ulm, lebt sie heute auf Mallorca.


Ihre Lesung in Verl beginnt um 19.30 Uhr in der Bibliothek Verl (Hauptstraße 15). Karten im Vorverkauf
sind zum Preis von 10 Euro in der Bibliothek erhältlich. An der Abendkasse kosten die Tickets 12 Euro.
Verbindliche Reservierungen (für 1 Woche) sind unter Telefon 05246 / 92523-20 oder per Mail an
biblio@bibliothek.verl.de möglich.

Elke Becker © privat

Von Julef