Gütersloh in den Top 5 der dynamischsten Aufsteiger unter 83 Städten – Platz 64 im Ranking des Digitalverbands Bitkom e.V. – Höchstwerte bei Bürgerdienstleistungen, Verwaltung und Digitalisierung von Schulen
Gütersloh (gpr). Im „Smart City Index 2026“ des Digitalverbands Bitkom e.V. ist die Stadt Gütersloh um 16 Plätze aufgestiegen. Damit zählt sie unter den 83 Großstädten zu den Top 5 mit der größten Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. In dem Ranking werden alle deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern im Stand ihrer Digitalisierung verglichen. Gütersloh steht jetzt auf Platz 64. Viele Punkte gibt es vor allem für die Online-Bürgerdienstleistungen, die internen Verwaltungsprozesse und den Bereich Bildung.
„Die kleinsten Großstädte holen in diesem Jahr am stärksten auf“, stellt Bitkom in seinem Fazit zur diesjährigen Erhebung fest, „und mit Erlangen, Hildesheim und Gütersloh stehen gleich drei von ihnen unter den dynamischsten Aufsteigern.“ Neben Gütersloh haben sich lediglich vier weitere der 83 Kommunen um 16 oder mehr Plätze verbessert. In allen fünf Kategorien des Rankings – Verwaltung, Energie und Umwelt, IT und Kommunikation, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung – erzielt Gütersloh einen höheren Indexwert als im Vorjahr. In der Gesamtwertung steigt die Stadt von 51,4 Punkten im Vorjahr auf 64,7. Damit liegt sie leicht unter dem Durchschnittswert (66,8) aller Städte ihrer Größenordnung (100.000 bis 149.999 Einwohner). In der Einzelauswertung gelingt in der Kategorie „Verwaltung“ der größte Sprung: um 37 Plätze nach oben. In „Gesellschaft und Bildung“ geht es um 18 Plätze nach vorn.
„Insbesondere in den Bereichen, wo die Digitalisierung den Bürgerinnen und Bürgern das Leben leichter macht, haben wir in der Bewertung zu Recht deutlich zugelegt“, stellt Carsten Schlepphorst, Beigeordneter für Digitalisierung, IT, Personal, Organisation und Feuerwehr, fest. Die Höchstpunktzahl 100 erhält Gütersloh für diese Einzelaspekte: Serviceportal (Bürgerportal); Geoportal; Mobilfunkstandard 5G; Digitalisierung von Schulen; Digitalkompetenz. Hohe Werte ab 80 erreicht Gütersloh für die Leistungen Digitale Energielösungen, Breitband, Öffentlichkeitsbeteiligung, Bevölkerungsanliegen, Webseite und Social Media, interne Verwaltungsprozesse, Leistungen nach dem Onlinezugangsgesetz und Online-Terminvergabe.
Insbesondere die digitalen Serviceangebote der Stadtverwaltung, die kontinuierlich erweitert werden, schlagen im Smart City Index positiv zu Buche. Um nur einige zu nennen: das nutzerfreundliche Bürgerportal mit aktuell rund 90 Dienstleistungen, Online-Terminbuchung, Chatbot-Angebot auf der städtischen Webseite, Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes, Bürgerinformation und Bürgerkontaktmöglichkeiten über verschiedene Informationskanäle. In der Kategorie Bildung zahlt sich aus, dass mit digitalen Endgeräten unterstütztes Lehren und Lernen im Digitalisierungskonzept für die Gütersloher Schulen ab der Primarstufe umgesetzt wird – 100 Punkte für die Digitalisierung von Schulen. Ebenso 100 Punkte für Formate zur Vermittlung von Digitalkompetenzen an Lehrkräfte und Verwaltungsmitarbeitende sowie die spezielle Zielgruppe der Senioren. Zusätzlich gepunktet hat ein neues Angebot der Stadtverwaltung: der Online-Schulwegrechner samt Onlinebuchung der Bustickets für den Schulweg. Kräftig in der Bewertung zugelegt hat Gütersloh auch beim Umweltmonitoring (Wetterstationen erfassen rund um die Uhr Klimawerte).
Auch der fortschreitende Prozess der internen Verwaltungsdigitalisierung wird im Ranking berücksichtigt: Der entsprechende Index hat sich von 42 auf 90 mehr als verdoppelt. Zum Beispiel wird in immer mehr Fachbereichen der Stadtverwaltung mit der elektronischen Akte gearbeitet. Neu eingeführt wurde Robotic Process Automation, ein Software-Roboter, der niedrigschwellige Routineaufgaben wie Dateneingaben rund um die Uhr ausführt.
Gütersloh zählt zu den kleinsten Städten im Ranking, erhält aber dieselbe Datenabfrage vom Verband Bitkom wie Städte mit vielen hunderttausend Einwohnern. „Große Städte agieren unter anderen Rahmenbedingungen als wir. Einige der Indikatoren des Bitkom-Rankings sind für Gütersloh aufgrund unserer geringen Größe und unserer Infrastruktur nicht so relevant, so dass wir dort auch keine oder nur geringe Punkte erzielen können“, macht Carsten Schlepphorst deutlich, dass der Vergleich von Kommunen mit stark unterschiedlicher Infrastruktur und Einwohnerzahl hier und da hinkt. So sei zum Beispiel die Notwendigkeit von Sharing-Angeboten im Bereich Verkehr in großen Städten und in Ballungsgebieten eine ganz andere. Im Smart City Index 2026 sind es denn auch die größten Städte, die die meisten Punkte einfahren konnten und den höchsten Durchschnittsindex (87,5) erzielen. Am unteren Ende stehen mit durchschnittlich 66,8 Punkten die kleinsten Kommunen mit weniger als 150.000 Einwohnern. Auf den ersten Plätzen des Smart City Index 2026 liegen mit Stuttgart (92,8 Punkte), München und Hamburg drei der größten Städte Deutschlands.

BU: Carsten Schlepphorst, Beigeordneter der Stadt Gütersloh für Digitalisierung, IT, Personal, Organisation und Feuerwehr. Foto: Stadt Gütersloh

BU: 89 Dienstleistungen, darunter 86 vollständige Online-Vorgänge, bietet das digitale Bürgerportal der Stadt Gütersloh mittlerweile. Foto: Stadt Gütersloh










