Wie entstehen Entscheidungen in der Stadt? Wie arbeiten Politik und Verwaltung zusammen? Und wie
können Jugendliche ihre eigenen Ideen einbringen? Antworten darauf erhalten Schülerinnen und
Schüler des Gymnasiums Verl jetzt erstmals in einem Kommunalpolitischen Praktikum.
Zum Auftakt des Pilot-Projekts ging es direkt in den Ratssaal und damit an den Ort, an dem städtische
Politik gemacht wird. Bürgermeister Robin Rieksneuwöhner begrüßte die Jugendlichen und erklärte
anschaulich, wie die kommunale Selbstverwaltung funktioniert. Am Beispiel der Planung eines neuen
Sportplatzes zeigte er praxisnah auf, wie Vorhaben eingebracht, beraten und beschlossen werden.
Anschließend trafen die Jugendlichen bei einem Speed-Debating auf Vertreterinnen und Vertreter aller
fünf Ratsfraktionen. Ähnlich wie beim klassischen Speed-Dating boten die kurzen Gespräche die
Möglichkeit, sich kennenzulernen. Die Fraktionen erläuterten ihre Arbeit und machten deutlich: Sie sind
offen für die Ideen der Jugendlichen und möchten den direkten Austausch fördern. Weitere Themen
waren unter anderem der ehrenamtliche Charakter der Ratsarbeit, Zusammenhänge der Bundes- und
Kommunalpolitik, Stadtentwicklung, Haushaltsfragen oder auch konkrete Wünsche der Jugendlichen.
Schnell entwickelte sich an allen Tischen ein angeregter Meinungsaustausch.
Insgesamt umfasst das kommunalpolitische Praktikum vier Module. In den kommenden Modulen werden
die Jugendlichen noch tiefer einsteigen: Sie nehmen an den Fraktionssitzungen teil, mit denen sich die
Fraktionen auf die Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 12. März vorbereiten, und werden auch die
Ausschusssitzung selbst besuchen. Den Abschluss bildet ein Termin mit Vertreterinnen und Vertretern
der Verwaltung. Das Konzept für das Pilotprojekt wurde in enger Abstimmung zwischen dem
Gymnasium Verl und der Stadtverwaltung entwickelt. Für ihre Teilnahme erhalten die Jugendlichen am
Ende ein Zertifikat.
Politiklehrer Henning Kötter zeigte sich begeistert: „Ein tolles Format, das der Rat angestoßen hat, um
Politik erlebbar zu machen und mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen“, lobte er. Insgesamt 17
Schülerinnen und Schüler aus den 9. und 10. Klassen des Gymnasiums sind bei dem Projekt dabei.

Jennifer Klose und Karl-Heinz Henkemeier (beide SPD), Gert Hein und Elke Sobania (beide Bündnis
90/Die Grünen), Gabriele Nitsch und Susanne Jasper (beide CDU), Frank Hermann Schumacher (FWG)
sowie Dr. Ulrich Klotz und Paul Kröning (beide FDP, vorne v. l.) kamen mit den Schülerinnen und
Schülern ins Gespräch. Mit im Bild: Bürgermeister Robin Rieksneuwöhner (rechts) und Lehrer Henning
Kötter (hinten, 4. v. l.).













