Stadt Büren feiert das 160. Bestehen ihrer litauischen Partnerstadt Ignalina

23 Jahre ist es her, seit die Städtepartnerschaft zwischen Ignalina und Büren durch die ehemaligen Bürgermeister Bronis Ropė und Wolfgang Runge besiegelt wurde. 23 Jahre, in denen eine echte Freundschaft zwischen den beiden Städten entstanden ist, die kürzlich beim 160. Jubiläum der Stadt Ignalina nochmals bekräftigt und gemeinsam gefeiert wurde.

Neben Bürgermeister Burkhard Schwuchow, Stadtmarketingleiter Alexander Menke und Pressesprecherin Annalena Henke waren auch die Malteser aus Büren – vertreten durch Dunja und Alexander Hentschel sowie Franciscus Janssens in Begleitung seiner Frau Gisela – mit von der Partie, die seit Jahrzehnten schon regelmäßig Hilfsgüter nach Ignalina transportieren. Von Anfang an stand der Besuch ganz im Zeichen der europäischen Freundschaft, denn: Eingeladen war nicht nur die Bürener Delegation, auch die Vertreterinnen und Vertreter der polnischen Stadt Serock sowie der ukrainischen Stadt Korsun-Schewtschenkiwskyj – weitere Partnerstädte Ignalinas – waren zu Gast.

Gemeinsam durfte die Gruppe die Landschaft und Kultur Ignalinas bestaunen und Ignalina als „Land der Seen“ kennenlernen, u. a. bei einer Bootstour durch den Aukštaitija-Nationalpark, vorbei am ländlich gelegenen Palūšė mit einer der ältesten Holzkirchen Litauens, sowie beim Aufstieg auf den berühmten Aussichtshügel Ladakalnis mit Blick auf insgesamt sieben umliegende Seen. Ausflüge in die litauische Hauptstadt Vilnius und Besuche von Konzerten und Feierlichkeiten im Rahmen des Städtejubiläums standen ebenfalls auf dem Programm.

Höhepunkt des Veranstaltungswochenendes war die zeremonielle Ratssitzung im Kulturzentrum anlässlich des 160. Städtejubiläums von Ignalina, durch die der amtierende Bürgermeister Ignalinas, Laimutis Ragaišis, führte. Er appellierte an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen vor Ort. Trotz der seit 1990 bestehenden Unabhängigkeit Litauens von der Sowjetunion sollten sie wachsam sein – und sie sollten zusammenstehen in einer Zeit, in der Frieden und Freiheit durch externe Kräfte bedroht würden. „Būkime savo miesto ir krašto šeimininkai“, so der Bürgermeister: „Lasst uns Verantwortung für unsere Stadt und unsere Heimat übernehmen.“

Diesen Worten schloss sich auch Jolanta Karpavičienė, Chefberaterin des litauischen Staatspräsidenten Gitanas Nausėda, an und dachte den Aspekt der Verantwortung weiter, indem sie auch die Partner, Freunde und Verbündete innerhalb Europas zur Einigkeit und Solidarität aufrief. Ihre Rede beendete sie mit den Worten: „Starkes Ignalina. Starkes Litauen. Starkes Europa!“

Bürgermeister Schwuchow nahm in seiner Ansprache ebenfalls Bezug auf die Rede von Laimutis Ragaišis: „Wann immer ich nach Ignalina komme, treffe ich auf sehr herzliche, bodenständige, offene, aber auch entschlossene Menschen. Menschen, die bereit sind, ihr Land zu verteidigen. Doch damit sind sie nicht allein. Gemeinsam haben wir ein Netz über Europa gesponnen – und dieses Netz wächst weiter. Aus Verbündeten, so habe ich es in den vergangenen Jahren erlebt, werden Freunde. Und Freundschaft ist die Grundlage für Frieden.“ Allein die Kontakte, die an dem Jubiläumswochenende geknüpft und die vielen neuen Freundschaften, die mit den Delegationen aus Polen und der Ukraine geschlossen wurden, belegten diesen Umstand.

Ein besonderer Programmpunkt im Rahmen der Ratssitzung bildete die abschließende Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Personen, die sich in der Vergangenheit auf bemerkenswerte Weise für die Stadt Ignalina eingesetzt haben. So wurde u. a. auch der Bürener Franciscus Janssens für seine Unterstützung in den Bereichen Pflege, Gesundheitswesen und Bildung zum Ehrenbürger von Ignalina ernannt. Als Auslandsbeauftragter der Malteser Büren organisiert er seit weit über 30 Jahren Hilfstransporte in die litauische Stadt und war mitunter am Aufbau des Kinderheims Didžiasalis und eines Versorgungsnetzes für das Altenheim Dūkštas beteiligt.

Im Nachgang blicken alle Beteiligten auf ein gelungenes Jubiläumswochenende in Ignalina zurück – und gleichzeitig voller Vorfreude auf weitere Treffen in der Zukunft.

Die Delegationen aus der Ukraine, Polen und Büren nach dem Aufstieg auf den Aussichtshügel Ladakalnis +++ Foto: Stadt Ignalina

Von Julef