„Tag des offenen Denkmals“ am 13. September lädt zur Besichtigung des prägenden Bauwerks

Bad Salzuflen. Die Paulinenquelle auf dem Bad Salzufler Salzhof erhält eine
umfassende Erneuerung. Das Dach des prägenden Brunnendenkmals, das die Geschichte der
örtlichen Salzgewinnung repräsentiert, wird neu eingedeckt. Es besteht aus Kupferblech und oxi-
dierte im Laufe der Jahrzehnte aufgrund von Witterungseinflüssen. Wer also in nächster Zeit am
Salzhof vorbeigeht, wird eine optische Veränderung erleben, denn die vertraute grüne Patina
weicht einem frischen Farbton – ein strahlendes Kupferrot.

Im Zuge der anstehenden Arbeiten am Brunnenhaus wird die in die Jahre gekommene und be-
schädigte Eindeckung komplett ausgetauscht. „Das Dach des Brunnenhauses wurde aus Kup-
ferblech gefertigt, das im Laufe der Zeit von kupferrot zu grün oxidierte“, erklärt Holger Menke
vom ausführenden Handwerksbetrieb HM-Dachtechnik aus Bad Salzuflen. Durch die Erneuerung
wird das Dach des Denkmals nach Abschluss der Sanierungsarbeiten zunächst wieder in seiner
ursprünglichen Farbe leuchten, bevor der natürliche Oxidationsprozess erneut einsetzt.

Finanzielle Unterstützung im HVV-Jubiläumsjahr
Die Gesamtkosten für die Neueindeckung belaufen sich auf rund 25.000 Euro. Einen Beitrag von
2500 Euro steuert der Heimat- und Verschönerungsverein (HVV) Bad Salzuflen bei, der in diesem
Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiert. Der Mitte August 1876 gegründete Verein gehört zu den
ältesten Ortsvereinen des Lippischen Heimatbundes und zählt heute gut 600 Mitglieder. Unter
der Führung von Dr. Stefan Wiesekopsieker und Brigitte Scheuer engagiert sich der Verein wei-
terhin für die historischen Wurzeln der Stadt.

So unterstreicht Bürgermeister Dirk Tolkemitt die Bedeutung des Bauwerks für die Salzestadt: „Ein
besonderer Bau, ein wichtiges Denkmal und ein großes Stück Geschichte.“ Tolkemitt hob lobend
den Einsatz des HVV hervor, „der zu seinem besonderen Geburtstag seinem Namen alle Ehre
macht.“ Ergänzend beschreibt der HVV-Vorsitzende Dr. Stefan Wiesekopsieker die Kernziele des
Vereins: „Die Verschönerung der Stadt und ihrer nächsten Umgebung – und die Geschichte des
Ortes vermitteln und für die Nachwelt erhalten.“

Ein Denkmal als Zeuge der Stadtgeschichte
Die Paulinenquelle auf dem Salzhof erinnert an die Jahrhunderte überspannende Tradition der
Salzgewinnung, die Bad Salzuflen seit dem Mittelalter Wohlstand brachte. Im Jahr 1802 ließ Fürs-
tin Pauline die Quelle durch eine 63 Meter tiefe Bohrung neu erschließen, um das Salzwasser
über einen hölzernen Pumpenturm zu fördern. Mit der Inbetriebnahme des ersten Badehauses
im Jahr 1818 gewann der Kurbetrieb zunehmend an Bedeutung, während der Salzhandel an Ge-
wicht verlor und 1920 auf den damaligen Betriebshof an der Bismarckstraße verlagert und 1945
endgültig eingestellt wurde.
Nach dem Abriss der alten Gebäude auf dem Salzhof entstand 1934 das heutige, zwei Meter
hohe Brunnenhaus nach Entwürfen des Architekten Rudolf Günther und des Bildhauers Gustav
Reitner. Reliefs aus Muschelkalk zeigen Szenen der historischen Salzgewinnung, während eine
Stele mit der Aufschrift „Paulinen Quelle 1802 – 1934“ das Stadtwappen trägt.

Umfang der Sanierung zeigt sich nach dem Rückbau
Da die bisherige Kupfereindeckung aufgrund von Schäden nicht mehr erhaltungsfähig ist, steht
nun die handwerkliche Umsetzung bevor. Erst bei den laufenden Arbeiten wird sich das genaue
Ausmaß der notwendigen Maßnahmen an der Unterkonstruktion aus Beton offenbaren. „Erst
nach Abnahme des alten Daches kann die Struktur darunter betrachtet werden. Ob noch wei-
tere Sanierungsmaßnahmen notwendig sein werden, lässt sich dann erst sagen“, erläutert Ma-
nuela Buchholz von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Bad Salzuflen den weiteren Ablauf
der Maßnahme. Parallel befindet sich die Kupfertür, der Eingang zur Brunnenstube, beim Res-
taurator.

Öffnung zum Tag des offenen Denkmals
Für interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste der Stadt bietet sich die Gelegenheit, das
Denkmal eingehender zu besichtigen. Am „Tag des offenen Denkmals“ am kommenden Sonn-
tag (13. September 2026), ist die Paulinenquelle auf dem Salzhof in der Zeit von 12 bis 16 Uhr für
Besucherinnen und Besucher geöffnet. Städtischerseits begleitet Michael Niehöster vom Fach-
dienst Tiefbau das Sanierungsprojekt und steht an diesem Tag Interessierten Rede und Antwort.

BU: Vor der anstehenden Dachsanierung des historischen Bad Salzuller Brunnendenkmals trafen sich an der Paulinenquelle auf dem Salzhof zum Besichtigungstermin (von links) Bürgermeister Dirk Tolkemitt, Holger Menke und Dörthe Holzmeier (beide Handwerksbetrieb HM-Dachtechnik, Bad Salzuflen), Dr. Stefan Wiesekopsieker, HVV-Vorsitzender), Brigitte Scheuer (stellv. HVV-Vorsitzende) und Manuela Buchholz (Untere Denkmalbehörde, Stadt Bad Salzuflen). Foto: © Stadt Bad Salzuflen

Von Julef