Nachruf: Ehrenbürger Dr. Peter Zinkann

Gütersloh (gpr).  Gütersloh trauert um seinen Ehrenbürger Dr. Peter Zinkann, der am 19. Oktober im Alter von 98 Jahren verstorben ist. „Wir verlieren einen Menschen, dem unsere Stadt Heimat war und der in diesem Bewusstsein seiner Stadt so viel zurückgegeben hat“, würdigt Bürgermeister Matthias Trepper den Verstorbenen. „Voller Dankbarkeit und Respekt blicken wir auf ein langes Leben, dessen innerster Kern die innige Verbundenheit mit der Familie und mit dem Unternehmen Miele war, das sein Großvater mitgegründet hatte.“

Dr. Peter Zinkann wurde am 17. September 1928 in Bremen geboren. In Gütersloh wuchs er auf, hier machte er sein Abitur am Evangelisch Stiftischen Gymnasium, hier erlebte er als Jugendlicher das Kriegsende. „Ich hatte das Glück in eine Branche hineingeboren zu sein, in der ein Überleben möglich war“, beschrieb Zinkann einmal seinen Einstieg in die Geschäftsführung des Unternehmens Miele in den fünfziger Jahren – nach einem Maschinenbau-Studium und einer Promotion zum Dr.rer.pol. im Jahr 1956.

Im Unternehmen steht er bald ebenso für innovative Produktentwicklungen wie für den Anspruch eines sozial verantwortlichen Unternehmertums, das die Wertschätzung der Mitarbeitenden obenan stellt, das aber auch die Gesamtgesellschaft ins Blickfeld nimmt. Während das Unternehmen sich zum Premium-Hersteller von Haushaltsgeräten entwickelt, bleibt für Zinkann ebenso wie für den fast gleichaltrigen Rudolf Miele (verstorben 2004, ebenfalls Ehrenbürger der Stadt Gütersloh) das positive Wirken für ihre Heimatstadt immer ein besonderes Anliegen. So wird zum Beispiel 1974 zum 75-jährigen Bestehen des Unternehmens die Miele-Stiftung gegründet, die seitdem mit den „Ferienspielen“ sportliche und andere Freizeitaktivitäten für inzwischen mehrere Generationen von Gütersloherinnen und Güterslohern ermöglicht.

Die Förderung junger Menschen, aber auch die Unterstützung von Musik und Theater lag Dr. Peter Zinkann immer besonders am Herzen. Die Installation einer Orgel in den Neubau der Stadthalle gehörte dazu ebenso wie das Engagement für die Stiftung Musikpflege, die begabte Jugendliche und das Musikleben in Gütersloh fördert. Ebenso gehörte Dr. Peter Zinkann zu den Mitbegründern der Kreismusikschule. Und natürlich befürwortete er auch den nicht unerheblichen finanziellen Millionenbetrag, den Miele zum Neubau des Theaters beitrug.

Doch die Sorge für „seine Stadt“, deren Rat ihm 2003 einstimmig die Ehrenbürgerwürde verlieh, erschöpfte sich nicht in „großen“ Projekten. Zinkann und seine 2025 verstorbene Ehefrau Karin haben zahlreiche Kinder- und Jugendprojekte der Stadt Gütersloh unterstützt – großzügig und meistens ganz im Stillen, denn der „große Bahnhof“ war nicht die Sache von Dr. Peter Zinkann. Zum 90. Geburtstag freute sich der Jubilar zwar durchaus über den Empfang, den die Stadt für ihn ausrichtete, aber nicht ohne der Stadt eine 500.000-Euro-Spende für gemeinsam ausgewählte Projekte zu übergeben.

Die Verbundenheit mit seiner Heimat erschöpfte sich indes nicht in großzügigen finanziellen Zuwendungen. Wer Dr. Peter Zinkann traf, erlebte einen nachdenklichen und aufmerksamen Gesprächspartner, der immer bestens informiert war über städtische Entwicklungen. „Bürgersinn“ war für ihn Richtschnur des persönlichen Handelns, eine Eigenschaft, die er auch der Stadt als besonders prägend zuschrieb. Gütersloh habe es verstanden, seinen Bürgersinn, dieses Gefühl von Zusammengehörigkeit zu bewahren, lobte Zinkann 2003 in seinen Dankesworten zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde.  

„Auf jeden Fall war mir das Glück sehr gewogen“, bekräftigte er ebenfalls bei dieser Gelegenheit. Die Liebe zu seiner Frau, der Stolz auf den Sohn Reinhard und den Enkel Felix schloss er darin ein. Doch auch persönliches Leid war ihm nicht unbekannt. Zwei Kinder verstarben ganz jung, und im August 2025 musste Dr. Peter Zinkann Abschied nehmen von seiner Frau, von der er sagte: „Ohne ihre Liebe, ihre Klugheit und ihre Einsatzbereitschaft wäre ich nie geworden, was ich bin.“

„Dr. Peter Zinkann hat unsere Stadt geprägt – nicht nur als Unternehmer, sondern als Mensch, der anderen Menschen zugewandt war“, nimmt nun Bürgermeister Matthias Trepper Abschied von dem verstorbenen Ehrenbürger. „Unsere tiefe Anteilnahme gilt seiner Familie, unsere Erinnerung an eine große Persönlichkeit wird bleiben.“

BU: Gütersloh trauert um seinen Ehrenbürger Dr. Peter Zinkann, der am 19. Oktober im Alter von 98 Jahren verstorben ist. Foto: Stadt Gütersloh