Stadt übernimmt Arbeiten der verstorbenen Künstlerin Barbara Remmert – Kunstwerk ab sofort in der Stadthalle zu besichtigen

Gütersloh (gpr). Es wird still, als Hermann Strutz das Wort ergreift, um das künstlerische Wirken seiner 2022 verstorbenen Partnerin Barbara Remmert auch nach ihrem Tod in die Welt hinaus zu tragen. Knapp 30 Menschen haben sich in der Stadthalle versammelt, um dem Moment beizuwohnen, als Remmerts Kunstwerk „Gütersloher Stolpersteine“ sowie die dazugehörigen „Dialoge mit Straßenpassanten“ offiziell an Bürgermeister Matthias Trepper und den Ersten Beigeordneten Henning Matthes überreicht werden. Die Arbeiten sind nun im Flur des städtischen Fachbereichs Kultur in der Stadthalle Gütersloh ausgestellt – für jede und jeden auf Augenhöhe zu sehen. „Mit den ‚Stolpersteinen auf Augenhöhe‘ hat Barbara ein Mahnmal gesetzt: gegen den Krieg, gegen Antisemitismus“, betonte Hermann Strutz in seiner Ansprache. „Es ist ein Appell, den Barbara uns allen hinterlässt.“

Um das zu ehren, was seine Barbara in ihrem Kunstwerk zum Ausdruck bringt, bittet Strutz die Gäste an diesem Nachmittag aufzustehen und eine Minute innezuhalten – um denen zu gedenken, die ihr Leben lassen mussten in den Vernichtungslagern des Zweiten Weltkriegs. In ihrem künstlerischen Schaffen setzte sich Barbara Remmert intensiv mit der Gütersloher Geschichte und insbesondere mit der Shoah auseinander. Für die „Gütersloher Stolpersteine“ übertrug sie mithilfe der Frottage-Technik die Oberflächen der von Gunter Demnig in Gütersloh verlegten Stolpersteine auf Papier. Dafür arbeitete sie kniend auf den Bürgersteigen der Stadt. „Barbara wollte die Opfer ehren und mit ihrem Kunstwerk wenigstens einmal vor ihnen knien und Abbitte leisten“, so Strutz.

Während ihrer Arbeit an den Stolpersteinen kam Remmert immer wieder mit Passantinnen und Passanten ins Gespräch und hielt diese Begegnungen als Teil ihres Projekts in „Dialoge mit Straßenpassanten“ fest. Die entsprechenden Hefte sind ebenfalls auf dem Flur des Fachbereichs Kultur erhältlich und können kostenlos mitgenommen werden.

Welche Bedeutung die Stolpersteine für das Stadtbild in Gütersloh haben, betonte auch Bürgermeister Matthias Trepper in seiner Ansprache an diesem Tag: „In Gütersloh haben wir schon seit vielen Jahren Stolpersteine verlegt – ein Mahnmal an die schrecklichen Ereignisse, die sich niemals wiederholen dürfen. Barbara Remmerts Kunstwerk ist genau wie die Steine selbst ein wichtiger Baustein der Erinnerungskultur. Ich wünsche dem Werk viele Besucherinnen und Besucher und danke Barbara Remmert für diese besondere Bereicherung für unsere Stadt, die auch darüber hinaus in unsere Region ausstrahlt.“

Damit ist der langjährige Wunsch Barbara Remmerts, einen geeigneten Ort für ihre Kunst zu finden, nun mit der Unterstützung von Bürgermeister Matthias Trepper, dem Ersten Beigeordneten Henning Matthes und der Leiterin des Fachbereichs Kultur Lena Jeckel sowie durch die engagierte Begleitung ihres Lebensgefährten Hermann Strutz erfüllt.

BU: Während ihrer Arbeit an den Stolpersteinen kam Remmert immer wieder mit Passantinnen und Passanten ins Gespräch und hielt diese Begegnungen als Teil ihres Projekts in „Dialoge mit Straßenpassanten“ fest. Die Hefte sind ebenfalls auf dem Flur des Fachbereichs Kultur erhältlich. Foto: Stadt Gütersloh

BU: Etwa 30 Besucherinnen und Besucher hatten sich in der Stadthalle eingefunden, um bei der Überreichung des Kunstwerks dabei zu sein. Foto: Stadt Gütersloh

BU: Das Kunstwerk „Gütersloher Stolpersteine“ der 2022 verstorbenen Künstlerin Barbara Remmert ist nun im Flur des Fachbereichs Kultur in der Gütersloher Stadthalle ausgestellt. Foto: Stadt Gütersloh

BU: Hermann Strutz, Lebensgefährte der verstorbenen Künstlerin Barbara Remmert (rechts), überreicht ihr Kunstwerk „Gütersloher Stolpersteine“ feierlich an (v.l.) Güterslohs Bürgermeister Matthias Trepper und den Ersten Beigeordneten Henning Matthes. Foto: Stadt Gütersloh

Von Julef