Oper in zwei Aufzügen / Dichtung von Emanuel Schikaneder / In deutscher Sprachemit Übertiteln

Was, wenn sich die eigene Geschichte plötzlich in einer Fantasiewelt abspielt?
Pamina ist mitten im Umzug, zwischen Kisten und Chaos richtet die junge Mutter
ihre bescheidene Wohnung ein und setzt ihr junges Leben fort – ganz, wie sie es
möchte. Bis die Fantasie Einzug hält: Paminas Mutter wird zur Königin der Nacht, ihr
Vater zu Sarastro, aus dessen Reich mit den seltsamen Männern es zu entkommen
gilt. Tamino, zunächst ein wahrer Märchenprinz, macht sich auf, sie zu retten und
Vogelfänger Papageno stellt sich gemeinsam mit ihm und gewappnet mit der
Zauberflöte sämtlichen Gefahren und Prüfungen: Schweigen, Vertrauen und Mut
müssen sie beweisen. Doch finden Pamina und Tamino zusammen? Was möchte die
junge Frau vom Leben? Und gibt es noch ein Happy End?


Theaterleiter und Librettist Emanuel Schikaneder soll seinen Freund Wolfgang
Amadeus Mozart 1791 in ein Gartenhäuschen gesperrt haben, bis dieser seine neue
– und, wie sie noch nicht ahnten, letzte – Oper endlich vollendet hatte. Dazu reichte
er ihm ein Textbuch voller Ungereimt- und Verrücktheiten. Mozart gelang es,
daraus ein wunderlich-geniales Werk für die Ewigkeit zu schaffen – und die wohl
berühmteste Oper aller Zeiten: »Die Zauberflöte«. Doch handelt es sich um ein
spannendes Märchen voller fantastischer Figuren und Wesen, samt Prinz und
Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld · Brunnenstraße 3 – 9 · 33602 Bielefeld
Intendantin: Nadja Loschky / Verwaltungsdirektorin: Stefanie Niedermeier
Prinzessin? Oder um eine Geschichte vom Erwachsenwerden? Geht es um
Philosophie, die großen Fragen des Lebens? Um Freundschaft? Liebe? Ist es ein
Lehrstück darüber, wie man zu sich selbst findet und sich dann die Treue hält? –
»Die Zauberflöte« ist all das auf einen Streich und: eine unvergessliche Opern-
geschichte mit vielleicht unerwartetem Tiefgang.


Regisseurin Kai Anne Schuhmacher gibt mit ihrer Inszenierung des Opernklassikers
ihr Bielefelder Debüt. Auf die beliebte Handlung blickt sie aus einer besonderen
Perspektive: der der jungen Frau Pamina. Die fantastische Welt entspinnt sich aus
der »Summe ihrer Erfahrungen«: Differenzen zwischen ihren versnobten Eltern und
ihr, Begegnungen ihrer Kindheit, verschiedene Alters- und Lebensphasen, Ideale von
Freundschaft und Liebe bis hin zu traumatischen Begegnungen, Ängsten und
Sorgen. All das prägt die junge Person, ihre Persönlichkeit – und ihre Vorstellungs-
kraft. So entwickeln sich die beliebten Weggefährten der Oper aus dem alltäglichen
Leben Paminas und verwandeln sich. So wird Tamino zum elterlichen »Vorzeige-
prinzen«, die übergriffige Mutter wird zur Königin der Nacht und schließlich zum
Kraken, aus dem Paketboten wird Begleiter Papageno … Und Pamina selbst? Ihrer
Konzeption legt Regisseurin Kai Anne Schumacher ein Zitat des dänischen Philo-
sophen Søren Kierkegaard zugrunde: »Das Leben kann nur rückwärts verstanden
werden, aber muss vorwärts gelebt werden.« Es geht in der aktuellen Bielefelder
Lesart von »Die Zauberflöte« also nicht nur um den Blick in die Vergangenheit
Paminas, sondern auch darum, dass eine junge Frau ihr Happy End nicht nur auf
dem vorgezeichneten Weg mit einem Märchenprinzen an ihrer Seite finden kann
und muss.


Gemeinsam mit ihrem Team, Kostümbildnerin Valerie Hirschmann, ebenfalls
erstmals am Theater Bielefeld zu Gast, sowie Bühnenbildnerin Lisa Däßler, die
bereits für die Ausstattung zu Verdis »Falstaff« 2024/25 verantwortlich zeichnete,
lässt Schumacher aus einer realitätsnahen Welt die bunte, verrückte Fantasiewelt
entspringen. Der Kontrast zwischen den alltagstypischen Räumen auf der Dreh-
bühne, die für rasche und amüsante Szenenwechsel sorgt, steht im spannenden
Kontrast zur fantastisch gestalteten Kostümwelt. Und dennoch erzählen sie
gleichermaßen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Charaktere und vor
allem natürlich von Pamina.


Die musikalische Leitung obliegt Generalmusikdirektor Robin Davis, der dem
musikalischen Meisterwerk gemeinsam mit den Bielefelder Philharmonikern, dem
Bielefelder Opernchor und allen voran den Solist*innen Leben und Energie verleiht.
Victoria Leshkevich, erstmals am Theater Bielefeld zu Gast, und Ensemblemitglied
Mayan Goldenfeld geben alternierend die Rolle der Pamina und gestalten die
Perspektive des Stücks. Andrei Skliarenko zeigt als Tamino wie unterschiedlich die
Vorstellungen von einem Märchenprinzen sein können. Bariton Tomas Kildišius,
zuvor Mitglied des Bielefelder Studios und nun fest im Musiktheaterensemble,
weicht Pamina und Tamino und natürlich jeder Gefahr nicht von der Seite. Zunächst
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ein versnobtes, zerstrittenes Ehepaar, später die Pole von Licht und Dunkelheit des
Abenteuers sind Veronika Lee als Königin der Nacht und Moon Soo Park als
Sarastro. Die Drei Damen werden von Cornelie Isenbürger, Marta Wryk und Monika
Jägerova (a.G.), alternierend auch Orsolya Ercsényi, gegeben. Als Monostatos, an
den Pamina wahrlich keine guten Erinnerungen hat, steht Lorin Wey auf der Bühne.
Als Sprecher und einer der Männer ist Evgueniy Alexiev zu hören und zu sehen, die
Geharnischten, Priester und die weiteren Männer geben Dumitru-Bogdan Sandu
und Daniel Cobos Ortiz. Die Drei Knaben sind junge Sänger der Chorakademie
Dortmund. Ebenfalls auf der Bühne ist der Bielefelder Opernchor, einstudiert von
Hagen Enke

Wir empfehlen »Die Zauberflöte« für ein Publikum ab 12 Jahren.
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Karten T. 0521 51 5454 // www.theater-bielefeld.de

Zauberfloete_01_(c)_Bettina Stöß

Zauberfloete_02_(c)_Bettina Stöß

Von Julef